- Projektnummer: F 2530
- Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
- Status: Abgeschlossenes Projekt
Projektbeschreibung:
Im Forschungsprojekt POLYRISK wurden mögliche Gesundheitsrisiken untersucht, die entstehen können, wenn Menschen winzige Kunststoffteilchen aus der Luft einatmen. Diese Mikro- und Nanoplastikpartikel (MNP) stammen zum Beispiel aus Textilien, Autoreifen oder Alltagskunststoffen. Die BAuA entwickelte dafür ein Risikobewertungssystem und untersuchte die tatsächliche Belastung der Luft in verschiedenen Alltagssituationen.
Zunächst wurde gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung ein neues Schema erstellt, das MNP nach ihrem möglichen Risiko für die Gesundheit einordnet. Dafür wurde ein Ablaufplan entwickelt, der zeigt, welche Prüfmethoden für welche Art von Partikeln notwendig sind. Besonders berücksichtigt wurden faserförmige Partikel, weil sie sich je nach Länge und Dicke anders im Körper verhalten können. Das Schema unterscheidet drei Gruppen: faserförmige MNP, körnige MNP ohne besondere Toxizität und MNP, deren mögliche Wirkung von enthaltenen oder angelagerten Schadstoffen ausgeht.
Zusätzlich wurden reale Situationen untersucht, in denen Menschen MNP einatmen könnten: eine Textilfabrik mit vielen Kunststofffasern in der Luft, zwei Sporthallen mit Kunststoff- oder Naturböden sowie eine stark befahrene Straße. Die Proben wurden mit modernen Mikroskopie- und Analyseverfahren ausgewertet, die im Projekt weiterentwickelt und teilweise automatisiert wurden.
Die Ergebnisse zeigen: In allen untersuchten Bereichen waren Kunststoffpartikel nachweisbar – darunter auch Abrieb von Autoreifen, der allgegenwärtig in der Luft vorkommt. Die gemessenen Mengen waren jedoch gering und lagen deutlich unter den geltenden Staubgrenzwerten. In der Textilfabrik wurden zwar einzelne kritische Fasern gefunden, jedoch ebenfalls nur in sehr geringen Konzentrationen.