Number
416-DE
Section
General Section
Use
Sector
Manufacture of textiles, leather, fur
Function
Other
Process
Other
Product category
Textile dyes, and impregnating poducts
Abstract
LIDL hat sich entschieden, die Verwendung von PFC-haltigen, wasserabweisenden Ausrüstungen in LIDL Textilien zu verbieten. Für die Herstellung von allen wasserabweisenden Produkten der Eigenmarke wird seit 2011 eine alternative PFC-freie Ausrüstung genutzt.
Substituted substances
Nonylphenol ethoxylates (NPEOs)
CAS No. EC No. Index No.
Chemical group
Alternative Substances
Functionalized polymers
CAS No. EC No. Index No.
Chemical group
Propane-1,2-diol
CAS No. 57-55-6 EC No. 200-338-0 Index No.
Chemical group
Alkohole
Cationic surfactants
CAS No. EC No. Index No.
Chemical group
Reliability of information
Evidence of implementation: there is evidence that the solution was implemented and in use at time of publication
Convergent opinions: conclusions for similar cases are similar to the ones in this case study
Reason substitution
ecotoxicity
other reasons
Hazard Assessment
Das substituierte Produkt enthält fluorierte Kohlenstoffverbindungen, C6- fluorierte Kohlenstoffverbindungen, stark verzweigte Polymere und Propan-1,2-diol. Viele Polyfluorkohlenstoffe (FKW), die häufig als wasserabweisende Mittel verwendet werden, stellen eine ernste Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Das alternative Produkt ist eine wässrige Emulsion von Dendrimeren und Polymeren, mit einer geschützten Zusammensetzung. Nach dem SDB sind die funktionalisierten Polymere (5-15% des Produkts) reizend für Augen und Haut (H319 und H315). Die wasserbasierte Mischung enthält auch Propan-1,2-diol (1-5% des Produkts), und kationische Tenside, sie sind ätzend und sehr giftig für Wasserorganismen, wenn konzentriert. Das Produkt (als Ganzes) ist nach EU-Vorschriften für Mischungen / Zubereitungen nicht kennzeichnungspflichtig. Das alternative Produkt ist frei von PFC. Kein von erwähnten substituierten und alternativen Stoffen ist in der Datenbank der nach SUBSPORTplus-Kriterien gefährlichen Stoffe (SDSC) enthalten. » Durchsuchen Sie die Datenbank der nach SUBSPORTplus-Kriterien gefährlichen Stoffe (SDSC)
Description of Substitution
Was sind PFCs? PFC ist die Abkürzung für „Per- und polyfluorierte Chemikalien“. Die Stoffgruppe der PFCs umfasst mehr als 800 Stoffe. PFCs kommen nicht in der Natur vor, sondern sind anthropogenen Ursprungs. Sie bestehen aus verschieden langen Kohlenstoffketten bei denen die Wasserstoffatome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind. PFCs mit 8 oder mehr Kohlenstoffatomen werden langkettige PFCs gent, deren bekannteste Vertreter die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und die Perfluoroktansäure (PFOA) sind. Wo kommen PFCs zum Einsatz? Per- und polyfluorierte Kohlenstoffverbindungen werden wegen ihrer besonderen Eigenschaften in vielen technischen Produkten und Konsumgütern eingesetzt. So zum Beispiel in der Papierindustrie für fett- und wasserabweisendes Papier & Kartons, als Netzmittel für galvanische Beschichtungen oder in Feuerlöschern. Für die Textilindustrie sind vor allem die wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften von Bedeutung. Daher werden perfluorierte Verbindungen für die Imprägnierung von Outdoor- und Arbeitsbekleidung eingesetzt. Die wasser- ,öl- und schmutzabweisende Ausrüstung der Textilien bleibt für mehrmalige Waschzyklen bestehen, muss dann aber erneuert werden. PFOA ist ein mögliches Nebenprodukt der für die Polymerisation von C8-Fluorpolymeren eingesetzten C8-Monomere. Ebenso kann der Abbau von fluorierten Polymeren zur Bildung von PFOA führen. PFOS kann als Nebenprodukt bei der Fluormonomerherstellung nach dem Verfahren der Elektrofluorination entstehen. Bei Monomeren die nach dem Telomerisationsverfahren hergestellt werden, fällt diese nicht an. In der Ausrüstung von Textilien ist ein bewusster Einsatz nicht bekannt. Wie gelangen PFCs in die Umwelt? Per- und polyfluorierte Chemikalien sind in der Umwelt allgegenwärtig. Auf Grund der Vielzahl der Anwendungen von PFCs existieren zahlreiche Eintragsquellen für poly- und perfluorierte Kohlenstoffverbindungen in die Umwelt. Bei der Herstellung von PFC oder PFC-haltigen Produkten können diese über Dämpfe und Abwässer in die Umwelt gelangen. PFCs können während des Gebrauchs und bei der Entsorgung von Konsumgütern, die PFCs enthalten oder damit ausgerüstet wurden, freigesetzt werden. Langkettige PFCs sind stabile Substanzen und als solche schwer abbaubar, persistent und werden bioakkumuliert. Sie reichern sich in der Umwelt an. Polyfluorierte Kohlenstoffverbindungen unterliegen teilweise einem Abbau in der Natur und es resultieren polyfluorierte Substanzen mit kürzerer Kette. Diese sind ebenfalls persistent und reichern sich in der Natur an. Studien und Untersuchungen sagen aus, dass kurzkettige PFCs ein geringeres Bioakkumulationspotential als die langkettigen PFCs besitzen. PFCs reichern sich im Klärschlamm von Kläranlagen an. Bei der landwirtschaftlichen Verwendung des Klärschlamms als Düngemittel werden die PFCs mit ausgebracht und von den Pflanzen aufgenommen bzw. ins Grundwasser ausgeschwemmt. Über Flüsse und Meere werden die PFCs global verteilt und finden sich selbst in den entlegensten Teilen der Erde wieder. Was für Auswirkungen haben Sie auf Mensch und Umwelt? Die sehr stabilen Bindungen zwischen den Kohlenstoff und Fluoratomen sind nur schwer löslich. Einige Vertreter aus der Gruppe der PFCs sind persistent und bioakkumulativ. Wenn sie einmal in die Umwelt gelangen, verbleiben Sie dort für eine sehr lange Zeit und die langkettigen PFCs reichern sich im Organismus und entlang der Nahrungskette an. Es besteht außerdem der Verdacht, dass sie leberschädigende, reproduktionstoxische und krebserregende Eigenschaften haben, was wissenschaftlich noch zu belegen ist. PFOA ist nach der REACH Verordnung als „besonders besorgniserregender“ Stoff auf die Kandidatenliste aufgenommen worden. Alternative Die fluorfreie Textilausrüstung BIONIC-FINISH® ECO (Name Ausrüstungsprodukt: ®RUCO-DRY ECO PLUS) ist eine Emulsion basierend auf stark verzweigten Polymeren und speziell abgestimmten Kammpolymeren. Funktion Schematische Darstellung der wasserabweisenden Ausrüstung. Die Wasserabweisung wird durch die hydrophoben Reste der hochverzweigten Polymere erreicht, diese sind durch Kammpolymere an die Textilfaser fixiert. Vorteile: • Frei von fluorhaltigen Verbindungen • Weist Wasser und wässrige Schmutzsubstanzen sehr gut ab • Für alle Faserarten geeignet • Waschpermanent • Keine wesentliche Griffveränderung • Vernähbarkeitsverbessernd bei der Konfektion • Keine Beeinflussung der Atmungsaktivität • Das Alternativprodukt hat sich als kostengünstig dargestellt Nachteile: • Weist kein Öl ab Erfahrungen: o Lack of oil repellency had no influence on customers buying decision. It seems that customers haven’t been aware of this property of the PFC-technology and thus didn’t care about. o Application by spraying or Foulardtechnique proved simple. Though when the fabric to be finished, it has tob e worked properly and clean, in order for the finish to achieve highest level of performance of the technology. Zusammenfassung der Substitution Der Substituierungsprozess wurde auf Grund des Vorsorgeprinzips bezüglich der Umwelt und der menschlichen Gesundheit initiiert. Für die Herstellung von Textilien mit wasser- und ölabweisender Funktion nutzte LIDL bis 2011 Ausrüstungen, deren Hauptbestandteil perfluorierte Verbindungen waren. Hierzu gehören als Hauptwarengruppe Outdoorbekleidung. Das Management entschied, dass bei allen Produkten mit einer wasserabweisenden Funktion, die PFC-haltigen wasserabweisenden Ausrüstungen durch alternative, PFC-freie Technologien ersetzt werden sollen, selbst wenn die Ölabweisung mit den Beschichtungen ohne PFC nicht erreicht werden kann. Das Fehlen von ölabweisenden Eigenschaften hat sich in der Kaufentscheidung des Kunden nicht bemerkbar gemacht, wohl eher war sich der Verbraucher dieser Funktion gar nicht bewusst. Die Handhabung der Auftragung durch Sprüh- oder Foulardverfahren stellte sich als einfach heraus, bei der Vorbehandlung der auszurüstenden Stoffe muss allerdings richtig und sauber gearbeitet werden, um die besten Ergebnisse der wasserabweisenden Funktion zu erzielen. Beim Warengriff gab es keine wesentlichen Veränderungen, ebenso keine wesentlichen Probleme in der Konfektion der Ware. Außerdem konnte keine Beeinträchtigung der Atmungsaktivität festgestellt werden. Das Alternativprodukt ist frei von PFC, des Weiteren hat sich das Alternativprodukt auch als sehr kostengünstig dargestellt. Das Alternativprodukt wurde als Standard festgelegt und wird weiterhin für unsere Produkte mit wasserabweisender Funktion eingesetzt.
Case/substitution evaluation
Dieses Fallbeispiel eines Anwenders beschreibt das Ersetzen einer textilen Beschichtung, welche fluorierte Kohlenstoffverbindungen enthält, durch eine PFC-freie Alternative. Es ist jedoch nicht möglich, eine vollständige Gefahrenbeurteilung durchzuführen (z.B. potenzielle gefährliche Monomere usw.), da SUBSPORTplus die vollständige Zusammensetzung nicht bekannt ist. Die PFC-freie Beschichtung könnte auch für andere PFC-haltige Produkte, die schwere negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit haben können, eine mögliche Alternative sein.
State of implementation
In use
Date and place of implementation
2011
Enterprise using the alternative
Availability ofAlternative
auf dem Markt
Producer/Provider
Type of information supplier
User
Contact
Bitte sehen Sie "Unternehmen das die Alternative anwendet"
Further information
SDB der Alternative
Date, reviewed
February 9, 2022