Ersatz von Chrom (III) durch pflanzliche Gerbmittel

Number

097-DE

Section

General Section

Use

Sector

Manufacture of textiles, leather, fur

Function

Tanning agent

Process

Treatment of articles by dipping and pouring
Manufacturing and processing of minerals and/or metals at substantially elevated temperature

Product category

leather treament products

Application

Gerbeprozess bei Lederherstellung

Abstract

Die gebräuchlichste Methode, Felle und Häute zu Leder zu gerben, war lange die Chromgerbung. Chrom wird allerdings mit negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt in Verbindung gebracht. Eine gute Alternative zur Chromgerbung ist die pflanzliche Gerbung, also Gerbung durch pflanzliche Gerbmittel wie die Rinde der Silberakazie.

Substituted substances

Chromium trivalent

CAS No. 16065-83-1 EC No. Index No.

Chemical group

Chromverbindungen

Alternative Substances

Tannic acid

CAS No. 1401-55-4 EC No. 215-753-2 Index No.

Chemical group

Glykoside; Carbonsäureester; Phenole

Reliability of information

Evidence of assessment: there is evidence of an official (positive) assessment of the substitution

Reason substitution

CMR

Hazard Assessment

Zu substituierender Stoff: Die größte Gefahr bei der Nutzung von Chrom (III) ist, dass es unter bestimmten Bedingungen in Chrom (VI) umgewandelt werden kann. Chrom (VI) wurde von der IARC als karzinogen eingestuft und nach REACH Regulationen als ein potentielles Allergen. Chrom (VI) ist in der Datenbank der nach SUBSPORTplus-Kriterien gefährlichen Stoffe (SDSC) aufgelistet. Alternative Stoffe: Chrom (III) und Tanninsäure sind nicht in der Datenbank der nach SUBSPORTplus-Kriterien gefährlichen Stoffe (SDSC) aufgelistet. Tanninsäure und Chrom (III) sind nicht harmonisiert eingestuft gemäß Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung).

Description of Substitution

Die Herstellung von Leder aus Fellen oder Häuten erfordert einen Gerbungsprozess. Die meisten Gerbereien weltweit verwenden heute dreiwertiges Chrom. Chrom wird allerdings mit einer Reihe negativer Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit in Verbindung gebracht. Eine Alternative zur Verwendung von Chrom ist die Verwendung natürlicher Gerbsäuren, die aus Blättern und Rinden von Bäumen gewonnen werden kann. Auf diese Weise wurden Häute vor der Einführung der Chromgerbung gegerbt. Eine Gerberei, die diese Technologie verwendet, ist die Tärnsjö Gerberei in Schweden, woher dieses Fallbeispiel stammt. Der als Substitut für Chrom (III) verwendete Stoff in Tärnsjö ist Tannin, das aus dem Mimosenbaum gewonnen wird. Tannine werden im Gerbungsprozess nach dem Beizen angewendet und mit den Häuten zusammen in große Holzfässer geschüttet. Die Häute werden dann mit dem Gerbmittel für 10-12 Stunden gerührt, wodurch das Gerbmittel die Häute vollständig durchdringen kann. Danach durchlaufen die Häute den restlichen Gerbungsprozess, der bei der pflanzlichen Gerbung und der Chromgerbung derselbe ist. Der Nachteil bei der Verwendung natürlicher Gerbsäuren an Stelle von Chrom ist, dass der Prozess teurer ist und länger dauert. Chromgegerbte Häute sind auch ein wenig elastischer. Andererseits hat Chrom viele Nachteile in Bezug auf Gesundheit und Umwelt. Dreiwertiges Chrom kann in sechswertiges Chrom umgewandelt werden, welches karzinogen, giftig und ein Allergen ist. Alle Chromformen sind auch potentielle Bodenschadstoffe und nicht biologisch abbaubar.

Case/substitution evaluation

Chrom (VI) wurde von der IARC als Karzinogen eingestuft und ist nach REACH Verordnung ein mögliches Hautallergen. Da Chrom (III) in Chrom (VI) umgewandelt werden kann, ist Chrom (III) ungeeignet, um Lederprodukte herzustellen, die häufig nah an der Haut getragen werden. Pflanzliche Gerbung auf Basis von Tanninsäure ist die bevorzugte Alternative, da sie keinen Gefahrensätzen zugeordnet ist und das Leder biologisch abbaubar macht im Gegensatz zu Leder, das mit Chrom gegerbt wurde. Dieses Fallbeispiel zeigt den erfolgreichen Austausch von schädlichen Chemikalien durch nicht schädliche Chemikalien. Das BVT Merkblatt "Lederindustrie" stammt aus dem Jahr 2013, darin findet man keine Erwähnung von Ersatzstoffen zu Chrom, das Datum des Fallbeispiels ist unbekannt. Daher ist die Substitution von Chrom in diesem Verwendungssektor vermutlich noch nicht Stand der Technik.

State of implementation

Full capacity

Date and place of implementation

Schweden

Availability ofAlternative

Die Alternative ist im Handel erhältlich

Producer/Provider

http://tarnsjogarveri.com/wip/en/

Type of information supplier

Producer / distributor

Contact

http://tarnsjogarveri.com/wip/en/

Date, reviewed

December 11, 2020