Substitution von Toluol und Butan-1-ol in Farben zum Bedrucken von Plastiktüten

Number

022-DE

Section

General Section

Use

Sector

Manufacture of rubber products
Manufacture of plastics products, including compounding and conversion

Function

Solvent
Other

Process

Other

Product category

coatings and paints, thinners, paint removers

Application

Druckfarben zum Bedrucken von Plastiktüten

Abstract

In Druckfarben auf Basis organischer Lösungsmittel zum Bedrucken von Plastiktüten wurden gefährliche Chemikalien gefunden; sie wurden durch wasserbasierte Farben ersetzt, die kein Toluol und Butan-1-ol zum Drucken benötigen.

Substituted substances

Toluene

CAS No. 108-88-3 EC No. 203-625-9 Index No. 601-021-00-3

Chemical group

Aromatische Kohlenwasserstoffe

Classification: hazard statements

H225 Highly flammable liquid and vapour
H361d Suspected of damaging the unborn child
H304 May be fatal if swallowed and enters airways
H336 May cause drowsiness or dizziness
H373 May cause damage to organs through prolonged or repeated exposure
H315 Causes skin irritation

Butan-1-ol

CAS No. 71-36-3 EC No. 200-751-6 Index No. 603-004-00-6

Chemical group

Alkohol

Classification: hazard statements

H226 Flammable liquid and vapour
H302 Harmful if swallowed
H335 May cause respiratory irritation
H336 May cause drowsiness or dizziness
H315 Causes skin irritation
H318 Causes serious eye damage

Alternative Substances

Water

CAS No. 7732-18-5 EC No. 231-791-2 Index No.

Chemical group

Nichtmetalloxide

1-Methoxypropan-2-ol

CAS No. 107-98-2 EC No. 203-539-1 Index No. 603-064-00-3

Chemical group

Glykolether

Classification: hazard statements

H226 Flammable liquid and vapour
H336 May cause drowsiness or dizziness

Ethanol

CAS No. 64-17-5 EC No. 200-578-6 Index No. 603-002-00-5

Chemical group

Alkohol

Classification: hazard statements

H225 Highly flammable liquid and vapour

Other adverse effects

Der Stoff ist: ein 1 Karzinogen (IARC); wie der Datenbank der nach SUBSPORT-Kriterien gefährlichen Stoffe zu entnehmen ist.

Reliability of information

Evidence of implementation: there is evidence that the solution was implemented and in use at time of publication

Reason substitution

other toxic effects
ecotoxicity
physical hazards

Hazard Assessment

Toluol ist fortpflanzungsgefährdend: Kann das Kind im Mutterleib möglicherweise schädigen (H361d). Außerdem reizt es die Haut (H315) und seine Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen (H336). Der Stoff kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen (H304). Bei längerer oder wiederholter Exposition durch Einatmen besteht die Gefahr ernster Gesundheitsschäden (H373). Toluol ist eine leicht entzündbare Flüssigkeit und ein leicht entzündbarer Dampf (H225). Butan-1-ol-Dämpfe verursachen Haut- und Atemwegsreizungen (H315 / H335). Außerdem kann es Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen (H336) und beim Verschlucken gesundheitsschädlich sein (H302). Er verursacht auch schwere Augenschäden (H318) Der Alternativstoffe 1-Methoxypropan-2-ol kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen (H336) und ist auch als Flüssigkeit und Dampf entzündbar (H226). Der Alternativstoffe Ethanol ist gemäß IARC im SDSC als krebserzeugend der Gruppe 1 aufgeführt. Dieser Eintrag gilt jedoch für alkoholische Getränke. » Durchsuchen Sie die Datenbank der nach SUBSPORT-Kriterien gefährlichen Stoffe (SDSC)

Description of Substitution

Einleitung Die Erfahrungen wurden in einem Unternehmen gesammelt, das Plastiktüten herstellt. Im Druckprozess wurden Farben auf Basis der organischen Lösungsmittel Toluol und Butanol verwendet. Diese Chemikalien sind für die menschliche Gesundheit und die Umwelt besonders schädlich, insbesondere Toluol ist nervenschädigend und fortpflanzungsgefährdend. Von Gewerkschaftsvertretern eingereichte Beschwerden führten in der Arbeitsschutzabteilung der Gewerkschaft zu der Entscheidung, den Ersatz von organischen Lösungsmitteln durch wasserbasierte Farben vorzuschlagen. Farben auf Wasserbasis verwenden Wasser als Lösungsmittel; bestimmte Alkohole und andere organische Lösungsmittel werden als weitere Stoffe zugesetzt. Im Ersatzprodukt sind Ethanol und 1-Methoxypropan-2-ol als Zusatzlösungsmittel enthalten. Die Substitution bei den Farben ermöglichte den Austausch von anderen gefährlichen Chemikalien zur Reinigung von Druckwalzen, insbesondere organische Lösungsmittel. Diese Erfahrung ist in Fallbeispiel 023 erläutert: Substitution von Propan-2-ol, 2-Methylpropan-1-ol und Heptan bei der Reinigung von Druckwalzen. Das Unternehmen lehnte zunächst die von der Arbeitsschutzabteilung der regionalen Gewerkschaft (CC.OO. Aragon) vorgeschlagene Substitution ab; es gab jedoch einen Feueralarm in dem Bereich, wo Lösemittelbehälter gelagert wurden. Angesichts der Art des Lösungsmittels stellten diese Behälter eine große Explosionsgefahr dar und steigerten die Möglichkeit eines schweren Unfalls. Diese Tatsachen veränderten die Einstellung des Managements und drängten es, eine schnelle Substitution zu akzeptieren. Die Handlungsweise des Unternehmens folgte nicht in erster Linie der Absicht, eine gefährliche Chemikalie zu ersetzen, sondern war geleitet von der Beseitigung der Explosionsgefahr durch die Lagerung der Behälter. Propan-2-ol, 2-Methylpropan-1-ol und Heptan (verwendet für die Reinigung von Druckwalzen) wurden demzufolge durch Ammoniak ersetzt, wie im Fallbeispiel 023 beschrieben. Das Unternehmen prüft zudem die Möglichkeit einer Fertigung von Tüten aus Kartoffelstärke. Eine Forschungs- und vorläufige Fertigungslinie, die auf diesem Rohstoff basiert, wurde eröffnet und ist in Betrieb. Auf Kartoffelstärke basierte Tüten erfordern keine lösemittelhaltigen Farben. Dies war ein Grund mehr für die Substitution der Druckfarben. Description of procedure or technology (including pre-/post-processing) Der Prozess hat den typischen Ablauf einer Anlage in der Kunststoffindustrie. Das im Verfahren verwendete Rohmaterial wird als Häcksel von anderen Firmen bezogen oder aus der eigenen Fertigungslinie gewonnen. Der Prozess beginnt mit der Extrusion von Häcksel, d.h. zur Herstellung der Tüten werden die Häcksel zu aufgerollten Kunststofffolien umgewandelt. Anschließend werden die Tüten bedruckt und zu 25, 50 und 75 Stück gepresst und gebündelt, bevor sie schließlich zum Versand verpackt werden. Farben werden im Druckprozess eingesetzt und Lösungsmittel bei der Reinigung von Druckwalzen verwendet. Seit Jahren benutzte das Unternehmen RUBIFLEX Serienfarben auf Basis organischer Lösungsmittel (Toluol und Butan-1-ol). Diese Farben wurden durch IDROSTAR-Farben ersetzt, die eine maximale Konzentration von weniger als 2,5% 1-Methoxypropan-2-ol aufweisen. Das Unternehmen entwickelt derzeit eine neue Fertigungslinie zur Herstellung von umweltfreundlichen Tüten auf Basis von Kartoffelstärke, bedruckt mit Farben auf Wasserbasis. Way of application: e.g. spraying, dipping, open/closed system etc. Risk management measures (technical, organizational and personal) Risk reduction by alternative: Human health: e.g. more/less safety measures e.g. technical/operational/personal protection measures Ersatz von lösemittelhaltigen Farben. Die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer wurde deutlich verbessert. Risk reduction by alternative: Environment: e.g. waste reduced/increased Das Volumen von gefährlichen Abfällen wurde reduziert, um die sich spezialisierte Dienstleister kümmern mussten.

Case/substitution evaluation

Der Ersatz von gefährlichen Farben durch verträglichere Alternativen hatte die Substitution von gefährlichen Lösungsmitteln, die für die Reinigung von Druckwalzen verwendet wurden, als positiven Nebeneffekt. Die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer wurde deutlich verbessert. Advantage or Disadvantage of alternative

Aspect

Advantage/disadvantage to conventional process

Technical requirements


Implementation

Vorteile:
Die Beseitigung des 10.000 Liter Tanks eines F-1 Lösungsmittels war die erfolgreichste Maßnahme der Unternehmensführung.

Durch die Substitution bei den Farben war die Infrastruktur für die Verteilung der Lösungsmittel zur Reinigung der Druckwalzen nicht mehr notwendig. Die Exposition von Arbeitnehmern gegenüber Lösemitteldämpfen wurde dadurch vermieden.

Nachteile:
Die neuen Farben sind dickflüssiger und es erfordert mehr Aufmerksamkeit, die genaue Mischung zu erreichen. Ein technisches Problem entstand bei den Farbdüsen. Die neuen Farben benötigen eine größere Öffnung der Farbdüsen in Wasser. Um die gewünschte Größe zu erhalten mussten die Düsen aufgebohrt werden, was jedoch ein geringer Aufwand war.

Zusätzliche Bemerkungen:
Der Prozess verdeutlichte zwei Aspekte, die das Unternehmen zugunsten der Substitution beeinflussten:

– Das Unternehmen musste der Richtlinie über den Umgang mit VOCs entsprechen (verpflichtende Bestimmungen bezüglich Dämpfe und Emissionen für alle Unternehmen, die eine bestimmte Menge an flüchtigen organischen Verbindungen erwerben). Die Einhaltung erforderte eine vollständige Überprüfung der Lüftungsanlagen. Substitution war eine weniger teure Option.

– Wird für die Herstellung von Tüten Kartoffelstärke als Rohmaterial eingesetzt, ist die Verwendung von organischen Lösungsmitteln verboten.

Die regionale Gewerkschaft (CC.OO. Aragon) organisierte eine Reihe von Informationsveranstaltungen, um den Unterschied zwischen den verschiedenen Arten von Farben und die Gesundheitsgefahren von organischen Lösungsmitteln und Farben zu erklären.

Operational expenses

Die Kosten für die Anlagen konnten ebenfalls reduziert werden, da keine explosionsgeschützten elektrischen Teile mehr erforderlich sind, die der ATEX-Richtlinie entsprechen müssen.

Die Umstellung erweist sich auch als ökonomisch lohnend.

etc.


State of implementation

Full capacity

Date and place of implementation

2007 Spanien

Enterprise using the alternative

www.sphere-spain.es

Availability ofAlternative

Auf dem Markt verfügbar

Producer/Provider

www.chimigraf.com

Type of information supplier

User

Contact

www.aragon-ccoo.es

Date, reviewed

February 27, 2020