Number
440-DE
Section
General Section
Use
Sector
Other
Function
Plating agent
Process
Treatment of articles by dipping and pouring
Product category
nin-metal-surface treatment products
Application
Dekorative Verchromung
Abstract
Chromsäure wurde 2013 in die REACH-Zulassungsliste aufgenommen und seine Verwendung erfordert seit 2017 eine Zulassung in der EU. Als technische Alternative wird ein eingebettetes PVD-Verfahren angewendet, in welchem die aufgetragene Metallbeschichtung zwischen zwei UV-Lack Schichten einge-schlossen wird. Diese Beschichtung ist REACH-Konform und recycelbar nach EU-Richtlinien.
Substituted substances
Chromic acid
CAS No. 7738-94-5 EC No. 231-801-5 Index No.
Chemical group
Chromverbindungen; anorganische Säuren
Other adverse effects
Der Stoff ist: ein 1 Karzinogen (IARC: Chrom VI Verbindungen); wie der Datenbank der nach SUBSPORT-Kriterien gefährlichen Stoffe zu entnehmen ist.
Reliability of information
Evidence of implementation: there is evidence that the solution was implemented and in use at time of publication
Reason substitution
CMR
skin/respiratory sensitizing
other toxic effects
ecotoxicity
physical hazards
Other type of alternative
ePD™ (eingebettetes PVD für Designteile) Verwendete(r) Stoff(e): Elementare Metalle (z.B. elementares Chrom oder elementares Aluminium) oder Metallkeramiken und UV-Lack. Zusätz-lich als Prozessgase benötigt: Argon, S
Hazard Assessment
a) Menschliche Gesundheit:
Die ePD™-Technologie enthält im Vergleich zum herkömmlichen Verfahren keine gefährlichen Stoffe wie Borsäure. Viele gesundheitsschädliche und toxische Stoffe, die bei der Galvanisierung mit Chrom verwendet werden, wie Chromsäure, Borsäure oder per- und polyfluorierte Tenside, können durch das Verfahren ersetzt werden. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, sind die Arbeitnehmer keinen chemischen Stoffen ausgesetzt.
b) Umwelt:
Das gesamte ePD™-Verfahren erzeugt nur sehr geringe Emissionen. Das PVD-Verfahren basiert auf Vakuum und ist frei von gasförmigen oder festen Abfällen.
Überschüssige Werkstoffe können vollständig recycelt oder als normaler Metallabfall entsorgt werden. Alle verwendeten UV-Stoffe sind unter REACH registriert (keine SVHCs); von diesen gelten keine als endokrine Disruptoren. Als erweiterte Funktion ist in der Lackierkabine und im Abgassystem eine UV-Lackrecyclinganlage eingebaut. Die Abgase enthalten nur geringe Mengen an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen oder durch Nachverbrennung eliminiert werden können. Außerdem sind ePD™-beschichtete Teile wie normale Kunststoffteile recycelbar. Die Technologie verbraucht weniger Energie als das herkömmliche Verfahren.
Description of Substitution
a) Beschreibung des Verfahrens oder der Technologie (einschließlich Vor-/Nachbereitung):
ePD™ ist eine kombinierte Technologie aus UV-Beschichtungen und der Vakuum-Metallisierung im Nanometerbereich und wurde als Alternative zum gesamten Galvanikprozess einschließlich Vor- und Nachbehandlung entwickelt. ePD™-basierte Beschichtungen bestehen aus drei Schichten: einem Primer, einer dünnen (zwischen 50 und 200 nm) metallischen Dekorschicht und einem Decklack. Die Grundierung dient dazu, Unregelmäßigkeiten im spritzgegossenen Kunststoffsubstrat auszugleichen. Auf die Grundierung wird mittels PVD-Technologie (Metallisierung im Vakuum) eine dünne Metalldekorfolie aufgebracht. Eine weitere Lackschicht wird zum Schutz und zur Gewährleistung des richtigen Glanzgrades aufgetragen.
Der Prozessablauf ist wie folgt: Manuelle oder automatische Spindelbeladung -> CO2-Schnee-Eis Reinigung -> Auftragen des UV-Basislacks -> Magnetron-Sputtern der metallischen oder metallkeramischen Dünnschicht -> Auftragen des UV-Decklacks -> Manuelle oder automatische Entladung der Spindel. Die gesamte Prozesszeit beträgt ca. 50 Minuten. Die Temperatur bleibt in allen Prozessschritten unter 80°C.
Das metallische Aussehen wird durch die PVD-Schicht erzeugt. Neben der klassischen Chromfarbe bietet ePD™ eine Vielzahl von Farboptionen, von Spiegelchrom bis zu dunkleren Chromfarbtönen (glänzend und matt) und vielen anderen Farben.
Das ePD™-System kann auf ABS-Kunststoffsubstrate sowie auf viele andere Polymere wie PC, TPE und PA ohne Ätzvorbehandlung aufgebracht werden. Das ePD™-Verfahren erzeugt sehr geringe Emissionen und verbraucht wenig Ressourcen. Die ePD™-beschichteten Produkte sind aufgrund der sehr dünnen Metallschicht recycelbar.
b) Art der Anwendung:
z. B. Sprühen, Tauchen, offenes/geschlossenes System usw. Die Grund- und Deckschicht wird durch Spritzlackierung aufgebracht. Das Aufbringen der PVD-Schicht erfolgt durch Magnetron-Sputter-Beschichtung in einer Vakuumkammer. Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine nicht-thermische Verdampfung, bei der die Oberflächenatome des Ausgangsmaterials durch die Impulsübertragung von beschossenen Teilchen physikalisch aus der festen Oberfläche herausgeschleudert werden. Das Verfahren selbst ist vollständig automatisiert und findet in einer geschlossenen Kabine/Kammer mit separater Luftführung statt.
c) Maßnahmen zum Risikomanagement (technisch, organisatorisch und persönlich):
Da es sich bei der ePD™-Technologie um ein Inline-Verfahren handelt, kommt es im Standardprozess zu keinem Kontakt mit Menschen. Daher sind keine Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz erforderlich. Der Lackierprozess folgt den Vorschriften für Lackier- und Abgasanlagen.
Vorteil oder Nachteil der Alternative
| Aspekt | Vorteil/Nachteil gegenüber dem konventionellen Verfahren |
|---|---|
| Technische Anforderungen |
Korrosionsbeständigkeit: Chemische Beständigkeit: Abriebfestigkeit: Adhäsion zwischen Beschichtung und Substrat: Sonnenlichtbeständigkeit / UV-Beständigkeit: Temperaturbeständigkeit: Geometrie: Transparenz des Radars: Kontaktsensoren: Tag/Nacht-Design: Transparent oder transluzent auf geschlossenen Flächen: |
| Umsetzung | Im kommerziellen Bereich müssten die Kunden ihre be-stehenden Verchromungsmaschinen durch die neue ePD™-Technologie ersetzen. Die Investitionskosten für ein Standardsystem INUBIA I mit Vollautomatisierung wären etwas höher als die Investitionen in Verchro-mungsmaschinen. Ein einziges INUBIA I-System würde ausreichen, um denselben Teiledurchsatz zu erzielen wie eine herkömmliche Galvanisierungsanlage. Je nach Geometrie oder Größe der Teile ist entweder ePD™ oder die Galvanisierung kosteneffizienter. Der voraussichtliche Zeitrahmen für die Installation von ePD™ wird auf 18 Monate für den Zusammenbau, die Installation und die Inbetriebnahme der Maschinen geschätzt. |
| Operative Ausgaben |
Arbeitskosten: Durchsatz: Materialkosten: Energiekosten: |
Case/substitution evaluation
Das Fallbeispiel zeigt eine technische Alternative zur dekorativen Verchromung von Kunststoffen für bestimmte Verwendungen auf. Die Umsetzbarkeit und Anwendbarkeit dieser alternativen Technologie ist im Einzelfall zu prüfen.
State of implementation
In use
Enterprise using the alternative
Oerlikon Metaplas GmbH Schmeienstraße 51, 72510 Stetten a.k.M., Deutschland Tel. +49 7573 9514-0 Fax +49 7573 9514-10 https://www.oerlikon.com/balzers/epd
Availability ofAlternative
Die ePD™-Technologie wurde von Oerlikon Balzers Coating AG entwickelt und ist seit 2011 unter der Marke ePD im industriellen Einsatz. Oerlikon bietet den Kunden Beschichtungssysteme (Anlagen und Produktionskonzept) zum Kauf an; entweder als vollautomatisches Verfahren für die Grossproduktion oder als Batch-Verfahren für kleine Produktionsläufe. Alternativ arbeitet Oerlikon auch als Lohnbeschichter.
Contact
Oerlikon Metaplas GmbH Schmeienstraße 51, 72510 Stetten a.k.M., Deutschland Tel. +49 7573 9514-0 Fax +49 7573 9514-10 https://www.oerlikon.com/balzers/epd
Further information
Im Internet gibt es verschiedene Informationsmaterialien zur ePD™-Technologie. Ein Video, das den Prozess beschreibt, finden Sie hier: https://www.oerlikon.com/balzers/global/de/portfolio/oberflaechentechnologien/pvd-basierte-verfahren/epd/
Der Kurzsteckbrief zur Beschreibung des Fallbeispiels steht als herunterladbares pdf-Dokument verfügbar: zum Kurzsteckbrief 440-DE
Publication source: author, company, institute, year
Firma
Date, reviewed
September 2, 2022