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Leitfaden zur Priorisierung (PRIO)

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1. Erstellt durch

Schwedisches Chemikalieninspektorat (Schwedische Chemikalienagentur (KEMI)).

2. Beschreibung

Der Leitfaden ist Teil des umfassenderen Internetinstruments zur Risikominderung im Umgang mit Chemikalien, das vom schwedischen Chemikalieninspektorat Kemi entwickelt wurde und sich PRIO nennt. PRIO soll Entscheidungsträger, z.B. Umweltmanager, Einkäufer oder Produktentwickler dabei unterstützen, die Notwendigkeit von Risikominderungsmaßnahmen zu erkennen. PRIO ist auch eine Informationsquelle für Umwelt- und Gesundheitsinspektoren, Umweltauditoren, Risikobewerter oder anderen Personen, die die Verwendung von Chemikalien beeinflussen können.

PRIO beinhaltet:

  • Eine Datenbank zu gefährlichen Eigenschaften für die Umwelt und die Gesundheit von 4472 Stoffen, die in Risikominderungsmaßnahmen priorisiert werden sollten,
  • Leitfaden zur Priorisierung,
  • Leitfaden zur praktischen Minderung von Chemikalienrisiken.

PRIO erlaubt es den Nutzern:

  • Informationen über gefährliche Eigenschaften für Umwelt und Gesundheit von Stoffen zu erhalten,
  • Information über die priorisierten Eigenschaften für Gesundheit und Umwelt zu bekommen,
  • Stoffe in chemisch charakterisierten Stoffgruppen und Produkttypen zu identifizieren,
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Standardprozeduren zu erhalten, z.B. im Bereich Einkauf, Produktentwicklung, Risikomanagement etc.

Der Leitfaden zur Priorisierung ist eine Anleitung für ein schrittweises Vorgehen, das die Priorisierungsebenen bei der Risikominderung beschreibt. Der Leitfaden zielt nicht auf einen Vergleich von Stoffen ab, er kann jedoch dafür genutzt werden, Risikoniveaus verschiedener chemischer Alternativen zu definieren

1. Schritt: Stoffinventar

2. Schritt: Bewertung der Gefährlichkeit von Stoffen durch Suche in der PRIO Datenbank oder im EU Stoffinformationssystem.

3. Schritt: Priorisierung von Stoffen in zwei Kategorien – Beendigung der Verwendung (Phase-Out) oder Risikominderung.

Eigenschaften, die anzeigen, dass Stoffe nicht mehr verwendet werde sollten:

  • Karzinogenität (Kategorie 1 und 2) Mutagenität (Kategorie 1 und 2), Reproduktionstoxizität (Kategorie 1 und 2), hormonähnliche Wirkung,
  • bestimmte Schwermetalle (Cd, Hg, Pb),
  • PBT /vPvB – persistente, bioakkumulierende und toxische / sehr persistente, sehr bioakkumulierende Stoffe,
  • Ozonschädigende Stoffe.

Eigenschaften, die anzeigen, dass für einen Stoff Risikominderungsmaßnahmen anzuwenden sind:

  • Sehr hohe akute Toxizität,
  • Allergieauslösende Eigenschaften,
  • Hohe chronische Toxizität,
  • Mutagenität (Kategorie 3), Umweltgefährlichkeit (Langzeiteffekte),
  • Potenzielle PBT/vPvB.

4. Schritt: Risikoprüfung für Stoffe zur Risikominderung. Die Risiken müssen basierend auf einer Lebenszyklusanalyse des Produktes analysiert werden:

  1. Risiken durch die Herstellung der Chemikalien,
  2. Risiken während der Nutzungsphase (verschiedene Schritte),
  3. Risiken wenn das Gemisch oder Erzeugnis zu Abfall wird,
  4. Bewertung der Risiken,
  5. Entscheidung zur Verwendung der Chemikalie.

Stoffe sollten entsprechend ihrer Risikoniveaus klassifiziert werden:

  1. Niedriges Risiko, prinzipiell akzeptabel,
  2. Erhöhtes Risiko das weitergehende Betrachtungen und möglicherweise Maßnahmen notwendig macht,
  3. Hohes Risiko, das direkt die Umsetzung von Maßnahmen erfordert.

5. Schritt: Beendigung der Verwendung und Empfehlungen zur Risikominderung.

Stoffe, die nicht mehr verwendet werden sollten sowie Stoffe im höchsten Risikoniveau sollten substituiert werden. Für andere Stoffe werden Empfehlungen zur Risikominderung abgegeben.

3. Verlässlichkeit

Die Kriterien und Informationsquellen zur Ermittlung der gefährlichen Eigenschaften der Stoffe sind im Wesentlichen das EU-Einstufungssystem. Allerdings hat nur eine kleine Anzahl der Stoffe eine harmonisierte Einstufung auf EU – Ebene. Daher kann es sein, das Stoffe, für die in wissenschaftlicher Literatur gefährliche Eigenschaften beschrieben werden, nicht berücksichtigt werden.

4. Anwendbarkeit

Der Leitfaden ist nur für die Bewertung einzelner Stoffe vorgesehen. Er soll von den verschiedensten Nutzern verwendet werden können, einschließlich KMUs, gewerblichen Verwendern und Verbrauchern. Er deckt die Bewertung von Gefahren, sowie für Stoffe, deren Verwendung nicht direkt beendet werden sollte, der Risiken von Chemikalien ab.

5. Nutzerfreundlichkeit

Das Instrument ist einfach und schnell verwendbar, wenn die Stoffe in der PRIO Datenbank enthalten sind. Es sind weder spezielle Fachkenntnisse, noch eine besondere Schulung oder Training notwendig. PRIO ist für alle Arten von Anwendern, einschließlich KMUs und Verbrauchern, geeignet.

6. Einschränkungen

Da die Methode auf R-Sätzen basiert, werden nur die Stoffe abgedeckt, für die eine Einstufung vorgenommen wurde, entweder durch die EU-Gremien (Legaleinstufung) oder durch die Inverkehrbringer der Stoffe. Die Vollständigkeit der Einstufung hängt von der Verfügbarkeit von Primärdaten ab, die für viele Stoffe im Rahmen einer Registrierung unter REACH erzeugt werden. Die Einstufung von Stoffen wird sich bis 2018, dem Datum bis zu dem alle Stoffe, die in Mengen > 1 t/a pro Hersteller oder Importeur auf den EU-Markt gebracht werden, registriert sein müssen.

Wenn der Stoff nicht in der PRIO Datenbank enthalten ist, kann die Identifizierung von PBT/vPvB oder hormonähnlichen Eigenschaften schwierig sein und erfordert spezielle Expertise.

Physikochemische Eigenschaften werden nicht berücksichtigt.

Der wichtigste Vorteil der Methode ist, dass sie einfach, auch von nicht-professionellen Nutzern verwendet werden kann und eine schnelle Bewertung von Chemikalien ermöglicht.

7. Verfügbarkeit

Das Instrument ist kostenfrei auf Schwedisch und Englisch auf der Website der Kemi erhältlich.

8. Links:

Gehe zu: PRIO at www.kemi.se

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