Psychophysiologische Untersuchungen zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit und physischen Gesundheit bei sedentärer Arbeit durch Tätigkeitsunterbrechungen mit Bewegung

  • Projektnummer: F 2564
  • Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Status: Laufendes Projekt
  • Geplantes Ende: 31. August 2026

Projektbeschreibung:

In den letzten Jahrzehnten hat der Anteil der Arbeitstätigkeiten, die sedentär, also sitzend, verrichtet werden, erheblich zugenommen. Die COVID-19 Pandemie ist mit einer Zunahme und Etablierung des Homeoffice einhergegangen. Dies kann zu einem Anstieg der Sitzzeiten führen und die gesundheitlichen Probleme, die mit dieser Art von Arbeit verbunden sind, noch relevanter machen. Hier ist weitere Forschung zur multifaktoriellen Wirkung von handlungsrelevanten Interventionen nötig, um fundamentale Erkenntnisse zu gewinnen, sprachfähiger zu werden und entsprechende Hinweise zur arbeitsorganisatorischen Gestaltung geben zu können.

Die Untersuchung von kurzen Sitzunterbrechungen mit Bewegung zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit und Informationsverarbeitung ist bisher noch wenig erforscht. Unbekannt ist vor allem der Einfluss der Frequenz, Art und Dauer dieser auf die Kognition. Hinzu kommt, dass kognitive Beeinträchtigungen mittels der üblicherweise betrachteten Leistungsparameter nicht immer erkennbar sind, da der Mensch sie durch mehr Anstrengung kompensieren kann. Solche kurzfristigen Beeinträchtigungen sind jedoch über das Elektroenzephalogramm (EEG) (z. B. anhand ereigniskorrelierter Potentiale) nachweisbar. Hier stößt die Feldforschung an ihre Grenzen. Die Forschungsfrage, inwiefern die Frequenz, Art und Dauer von Sitzunterbrechungen einen Einfluss auf die körperlichen und psychischen Belastungen und Beanspruchungen hat, soll im Labor mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Betrachtung nachgegangen werden. Diese unterschiedlichen Bedingungen, d. h. kurze, häufige Unterbrechungen im Gegensatz zu selteneren und längeren, mit bzw. ohne Bewegung, wird im Labor nachgestellt. Hier wird ihr Einfluss auf die Gehirnaktivität, das Herz-Kreislauf-System und das Muskel-Skelett-System betrachtet. Zusätzlich werden das subjektive Empfinden sowie die Produktivität und Leistung erhoben und ausgewertet.

Übergeordnetes Ziel ist der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit. Gut gestaltete und gut organisierte Arbeit, die zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit, der Gesundheit und damit der Arbeitsfähigkeit beiträgt, ist hierfür unerlässlich. Die Bewältigung von Arbeitsaufgaben und lebenslanges Lernen erfordern den Erhalt multipler kognitiver Funktionen. Im Sinne der Beschäftigungsfähigkeit durch gesundheitsgerechte Arbeit sollte dieser Erhalt auch im Homeoffice möglich sein. Perspektivisch bietet das Projekt die Möglichkeit, die im Labor erzielten Erkenntnisse im Rahmen einer betrieblichen Intervention im Längsschnitt zu evaluieren.

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Kontakt

Fachgruppe 3.1 "Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen"

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