Evaluation der betrieblichen Anwendung des INQA-Unternehmenschecks "Guter Mittelstand"

  • Projektnummer: F 2481
  • Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Status: Abgeschlossenes Projekt

Projektbeschreibung:

Zentrale Zielsetzung des Projektes war die Evaluation der betrieblichen Anwendung des INQA-Unternehmenschecks. Dabei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Selbstbewertungsinstrument, das die Offensive Mittelstand (OM) speziell für kleine und mittlere Betriebe zur Verbesserung ihrer Arbeitsgestaltung und Organisation entwickelt hat. Neben der Möglichkeit, den INQA-Unternehmenscheck eigenständig durchzuführen, hat sich in der Praxis die Option einer begleitenden Beratung durch autorisierte Beraterinnen und Berater etabliert.

Mit dem Projekt sollten verlässliche Aussagen zu erreichten Wirkungen des INQA-Checks auf der betrieblichen Ebene getroffen werden. Dafür sollten die beiden etablierten betrieblichen Anwendungsmuster mit und ohne begleitende Beratung vergleichend gegenübergestellt werden. Zur Differenzierung der erreichten Effekte wurden drei Wirkebenen definiert:
1: Sensibilisierung, 2: Analyse und 3: Ableitung und Umsetzung von Maßnahmen.

Das Projekt umfasste zwei Teilstudien, die in einem Mixed-Method-Design bearbeitet wurden. Insgesamt wurden 174 Unternehmen in die sechsmonatige Interventionszeit überführt, davon beantworteten 131 den Onlinefragebogen. Zwölf Betriebe standen anschließend für leitfadengestützte Interviews zur Verfügung.

Die Auswertung ergab, dass 32 % der Betriebe Wirkebene 1, 18 % Wirkebene 2 und 51 % Wirkebene 3 erreicht hatten. Das belegt die positiven Effekte der Checkanwendung.

Im Vergleich der Anwendungsmuster zeigte sich im Anwendungsmuster ohne Beratung eine deutlich höhere Abbrecherquote als in dem mit Beratung. Die Betriebe ohne Beratung setzten sich intensiver mit dem Check auseinander, erreichten aber signifikant seltener die
Wirkebene 3 als die Unternehmen mit Beratung. Diese überließen die federführende Bearbeitung des Checks oft den Beraterinnen und Beratern, nahmen dann aber tiefergreifende Maßnahmen selbstständig in Angriff.

Für die Bearbeitung des Checks und die Umsetzung von Maßnahmen waren meist die Geschäftsführung oder Führungskräfte verantwortlich. Als Erfolgsfaktoren erwiesen sich die Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das aktive Commitment der Geschäftsführung. Vorhandene Vorerfahrungen und Ressourcen im Betrieb waren ebenfalls förderlich.

Von den teilnehmenden Betrieben wurde der Check überwiegend positiv bewertet. Die Betriebe beider Anwendungsmuster haben mit dem niedrigschwelligen Instrument sowohl an arbeitswissenschaftlichen als auch an betriebswirtschaftlichen Themen gearbeitet und in beiden Bereichen Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Beide Anwendungsmuster werden gebraucht – sie sollten jedoch, wie der Check, weiterentwickelt werden, damit Betriebe noch besser ins Handeln kommen können. Insgesamt liefern die Befunde des Projektes wertvolle Hinweise für das Design zukünftiger Forschung in dem Feld.

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Fachgruppe 3.3 "Arbeitsgestaltung bei personenbezogenen Dienstleistungen"

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